Das Deutsch-Tschechische Fahrtenseglertreffen am Zernoseky-See hat sich längst zu einer festen Größe im Veranstaltungskalender vieler Wassersportler entwickelt. In diesem Jahr trafen sich bereits zum 29. Mal Seglerinnen und Segler aus Sachsen und Tschechien zu gemeinsamen Wettfahrten, Trainingseinheiten und Begegnungen auf und am Wasser. Das Treffen wird vom Segelclub Dresden Wachwitz e.V. mit organisiert.
Besondere Bedeutung erhielt die Veranstaltung 2026 durch ein Jubiläum: Vor 50 Jahren wurde auf der Labe (Elbe) die erste deutsch-tschechische Regatta ausgetragen. Dieses historische Ereignis war Anlass, das traditionelle Treffen in diesem Jahr in einem erweiterten Rahmen durchzuführen.

Rund 60 Boote – von Optimisten und 420ern über Europe-Jollen bis hin zu Kajütbooten, Kuttern und Paddelbooten – fanden den Weg an den Zernoseky-See. Die Teilnehmer reisten sowohl auf dem Wasser als auch auf dem Landweg an. Viele nutzten die Hafenanlage des Yachtclubs Lovosice als Ausgangspunkt, während die Jugendgruppen mit ihren Familien und Trainern auf dem Zeltplatz in Píšťany untergebracht waren.
Die Teilnehmer kamen aus zahlreichen Vereinen entlang von Elbe und Moldau. Mit dabei waren auch mehrere Vereine aus Sachsen. Die langjährige Zusammenarbeit zwischen sächsischen und tschechischen Wassersportlern prägt die Veranstaltung seit vielen Jahren und bietet insbesondere jungen Seglerinnen und Seglern die Möglichkeit, internationale Kontakte zu knüpfen und gemeinsame Erfahrungen zu sammeln.

Traditionell begann das Treffen mit einer gemeinsamen Eröffnung auf der Insel im See. Anschließend wurden die Segelanweisungen zweisprachig erläutert und die Wettfahrten vorbereitet.
Bei zunächst schwachen Windbedingungen konnten die ersten Regatten gestartet werden. Während die Kajütboote und die offene Klasse ihre Wettfahrten am Samstag austrugen, segelten die 420er an zwei Tagen um Ranglistenpunkte. In der offenen Klasse konnte sich Jannik vom SCW mit seiner Europe den Sieg sichern.

Neben den Regatten stand vor allem die Nachwuchsarbeit im Mittelpunkt. Die Optimisten trainierten Segeltrimm und Manöver, während andere Gruppen Kentertraining absolvierten oder die Zeit für zusätzliche Trainingseinheiten nutzten. Gerade das Kentertraining erwies sich als wertvolle praktische Erfahrung für die jüngsten Teilnehmer. Unterstützt von Trainern und erfahrenen Seglern lernten sie wichtige Sicherheitsabläufe auf dem Wasser.
Auch abseits des Regattageschehens bot die Veranstaltung zahlreiche Gelegenheiten zum Austausch. Die gemeinsame Siegerehrung und der anschließende Abend im Yachtclub Lovosice unterstrichen einmal mehr die freundschaftlichen Beziehungen zwischen den Vereinen beider Länder.
Am Sonntag standen die Jugendbootklassen im Mittelpunkt. Trotz schwieriger Windverhältnisse konnte eine Wettfahrt durchgeführt werden. Bei den 420ern erreichten Hannes und Salomon vom WDL die beste Platzierung, bei den Optimisten setzte sich Albrecht vom WDL durch. Weitere Podestplätze gingen an Seglerinnen und Segler des SCW.
Nach Abschluss der Regatten zog es viele Teilnehmer noch einmal aufs Wasser. Andere bereiteten bereits die Heimreise vor. Für einige deutsche Crews führte diese entlang der Elbe zurück nach Sachsen – teilweise mit Zwischenstopps und weiteren Segeltagen.
Das Deutsch-Tschechische Fahrtenseglertreffen zeigt eindrucksvoll, wie Segeln Menschen über Ländergrenzen hinweg verbindet. Gleichzeitig bietet die Veranstaltung jungen Seglerinnen und Seglern aus Sachsen wertvolle Möglichkeiten für Training, Wettkampf und internationale Begegnungen.
Die Planungen für 2027 laufen bereits. Die beteiligten Vereine möchten die erfolgreiche Zusammenarbeit fortsetzen und die langjährige deutsch-tschechische Segelfreundschaft weiter pflegen.
