Es gibt diese Wochen im Seglerleben, bei denen man am Anfang denkt:
âAch ja, Trainingslager, bisschen segeln, bisschen ErschĂśpfung, wird schon.â(Spoiler: War es nicht.)
So ging es uns, als wir uns mit Seglerinnen und Seglern aus ganz Deutschland am
Gardasee trafen. Ein Revier, das dafĂźr bekannt ist, entweder gar keinen Wind zu haben
oder zu viel davon. Dazwischen gibt es nichts. Genau hier wartete neben dem normalen
Training auch noch eine Ranglistenregatta. Entspannung war also offiziell gestrichen.
Unser Trainerteam (Basti, Janik und Lasse) hatte alles vorbereitet. Bevor auch nur ein
Boot im Wasser war, wurde noch kurz Ăźber Orga und Management geredet.
Tag 1
Die Boote wurden in drei Gruppen eingeteilt, damit niemand komplett verloren geht. Am
ersten Tag tasteten wir uns langsam an den Gardasee heran. Der Wind war noch okay,
aber man merkte schnell: Der See hat seinen eigenen Plan. Wellen, Dreher, BĂśen, alles
da.
Nach der Mittagspause wurde es ernster. Die Gruppen wurden neu sortiert, das Training
anspruchsvoller. Fehler wurden nicht mehr Ăźbersehen und plĂśtzlich ging es nicht mehr
nur ums Mitschwimmen, sondern ums richtig Segeln. Abends gab es eine gemeinsame Nachbesprechung.
Tag 2
Der Tag begann frĂźh. Sehr frĂźh. FrĂźhsport. Die KĂśrper waren noch im Bett, der
Trainingsplan nicht. Danach kurz zurĂźck zu den Familien, Energie tanken â zumindest
theoretisch. Ab 10 Uhr ging es wieder aufs Wasser. Die Trainer forderten deutlich mehr: Das hier ist
jetzt keine Aufwärmphase mehr.
Nach der Mittagspause dann endlich das, worauf viele gewartet hatten: die ersten
Wettfahrten. Boote dicht an dicht, gute Starts wichtig, Fehler teuer. Es war spĂźrbar, dass jetzt etwas
auf dem Spiel stand â auch wenn es sich stellenweise noch, wie Training anfĂźhlte. Unter
der Oberfläche lief aber der Kopf auf Hochtouren.
Nach den Rennen wurde weitertrainiert, ausgewertet, ausprobiert. Als wir schlieĂlich im
Hafen ankamen.
Exkurs in die Jugendpolitik:
Ausruhen? Fehlanzeige. Am Abend stand die Jugendversammlung der
Klassenvereinigung an. hier ging es mal nicht um Wind oder Taktik, sondern um die Zukunft der Jugend in der Klasse. Gewählt wurden: Jugendsprecher U13 Max (Seefeld) und Jugendsprecher U17 Felix (Leipzig)
Tage 3-5
Die nächsten Tage liefen ähnlich ab: Frßhsport, Frßhstßck, Training, Wettfahrten, Analyse. Immer wieder.
Man merkte bei allen, dass Fortschritte da waren, auch wenn die Arme schwerer wurden
und der Schlaf immer kĂźrzer schien.
Der letzte Tag
Am letzten Tag waren eigentlich nur noch ein paar Wettfahrten geplant. Der Gardasee
hatte jedoch andere Ideen. Der Wind nahm deutlich zu und stellte vor allem die weniger
erfahrenen Seglerinnen und Segler vor Probleme. Diese gingen nach einer Wettfahrt in
den Hafen zurĂźck.
Die erfahreneren blieben drauĂen und fuhren noch zwei weitere Rennen. Gegen 14:30
Uhr waren schlieĂlich alle wieder an Land.
Dort warteten die Eltern, und eine kleine, Ăźberraschende Zeremonie fĂźr Trainer Basti, fĂźr
den es das letzte Trainingslager als Trainer war. Danach: Boote verladen, kurz
durchschnaufen, dann die Siegerehrung.
Mit 27 Seglerinnen und Seglern in der Wertung war es eine starke Regatta mit fairen
Rennen und guten Ergebnissen.
Fazit
Eine anstrengende Woche, viel Wind, viele Wasserstunden, wir haben aber auch einiges
gelernt.
Ein groOOOOĂes DANKESCHĂN an alle Trainer, Eltern und Helfer, ohne die dieses Trainingslager
nicht mÜglich gewesen wäre.
Und an alle, die bis hierhin gelesen haben.
Felix â Jugendsprecher U17 der Deutschen Open Skiff Klasse e. V. (Seglerverein Leipzig)
