Nicht nur die Sagrada FamĂlia hat neue Höhen erreicht â auch unser deutsches Team konnte bei der Europameisterschaft in Barcelona seine Leistung unter Beweis stellen und wertvolle Erfahrungen sammeln.
Die intensive Vorbereitung war entscheidend, denn gerade vor internationalen WettkĂ€mpfen ist strukturiertes Training unerlĂ€sslich. Die drei Trainingstage inklusive Practice Race und Equipment Inspection standen ganz im Zeichen des Ankommens, Beobachtens und des letzten Feinschliffs. Mit einem ausgewogenen Mix aus Theorie- und Praxisblöcken erkundeten wir die anspruchsvollen Bedingungen aus Wind, Welle und groĂer Feldtaktik.
Besonders die ĂŒberlagerte Welle meerseitig und der aktuellen Windrichtung stellte eine neue Herausforderung dar. Schnell wurde klar: Wer diese nicht sauber segeln konnte, wĂŒrde es schwer haben, sich im vorderen Feld zu behaupten. Auch der Wind zeigte sich launisch und schwankte innerhalb kĂŒrzester Zeit zwischen 14 kn und 5 kn, eine enorme Herausforderung, die hohe Konzentration, schnelle Entscheidungen und ein tiefes VerstĂ€ndnis fĂŒr die Situation verlangte.
Die Equipment Inspection war fĂŒr viele ein zusĂ€tzlicher, ungewohnter PrĂŒfstein: Englischkenntnisse aus den verstaubten Klassenzimmern wurden reaktiviert, technische Details erklĂ€rt und Unsicherheiten ĂŒberwunden. Ein zentrales Ziel internationaler Events ist nicht nur die seglerische Weiterentwicklung, sondern auch der Abbau von Hemmungen in der Kommunikation. Alle haben sich dieser Aufgabe gestellt, mit Piotre, dem Inspector, gesprochen und die Funktionsweise ihrer Boote erlĂ€utert. Am Ende waren alle stolz, diesen wichtigen Teil der EM erfolgreich gemeistert zu haben.
Nach einem von Leichtwind geprĂ€gten Practice Race folgte die Opening Ceremony. Es ergab sich ein eindrucksvolles Bild internationaler Vielfalt. Seglerinnen und Segler aller Nationen in ihren Teamkleidungen, wehende Fahnen im Wind und eine AtmosphĂ€re voller gespannter Vorfreude auf die kommenden fĂŒnf Renntage.
In den folgenden Tagen ging es tĂ€glich bei Sonnenaufgang aufs Wasser, um die morgendliche Landbrise bestmöglich zu nutzen. Mit 10â14 kn war sie angenehm konstant, aber taktisch anspruchsvoll. Coaches und Segler beobachteten aufmerksam die Kreuz-Seiten, Strömungen, die Startlinie und Dreher, denn bei solchen Feldern entscheidet oft schon der Start ĂŒber den gesamten Rennverlauf. Wer gut herauskam, erreichte schnell das Luvfass; wer im Pulk stecken blieb, musste sich mĂŒhsam nach vorne arbeiten.
FĂŒr Mila Weniger und Florian Schlupp, die sich nach den Qualifikationsrennen im Gold-Fleet platzierten, bedeutete das, höchste Konzentration vom ersten bis zum letzten Moment. Die beiden zeigten konstant fokussierte Starts und ĂŒberzeugten mit einer sauberen Technik in den anspruchsvollen Wellen. Besonders in Situationen, in denen der Wind kurzfristig einbrach und Rennen verkĂŒrzt oder abgebrochen wurden. Ihr Platz im stabilen Mittelfeld des Gold-Fleets wurde diesem sehr gerecht. Wellenmanagement sowie eine gute Strategie der Kreuz war Key sich in einem Feld zu behaupten.
Im Silber-Fleet stellten sich Amy Konrad, Kolja Kaltenbach, Jorin Struckmann, Odin Lorenzen, Karl JĂŒtz und Felix Kruse denselben Bedingungen und meisterten sie mit beeindruckendem Fortschritt. Ihre Trainingsschwerpunkte lagen insbesondere auf Starttechnik und der Bootsgeschwindigkeit in der Welle. Trotz teilweise schwieriger Starts fanden viele im Rennverlauf immer besser in den Rhythmus, sodass Platzierungen in den Top 5 erreicht werden konnten. Das Silber-Fleet bot ideale Möglichkeiten, das Erlernte aus den Trainingssessions umzusetzen. LĂ€ngere Startverschiebungen sowohl an Land als auch auf dem Wasser verlangten Geduld und Fokus, wĂ€hrend die Rennen selbst hohe körperliche und mentale Ausdauer forderten. FĂŒr alle war spĂŒrbar, wie die Sicherheit im Boot von Tag zu Tag wuchs und die taktischen Entscheidungen immer klarer wurden.
Auch fĂŒr unsere U13-Segler Helena Stevanovic und Paul KĂŒhn war die EM eine groĂe Herausforderung und gleichzeitig ein bedeutender Schritt in ihrer seglerischen Entwicklung. Die Trainingsinhalte fĂŒr die beiden fokussierten sich vor allem auf Bootskontrolle in Welle, saubere Manöver und sichere Starts. Helena bestritt hier ihre erste Regatta in dieser GröĂe, was nach ihrem erst kĂŒrzlich erfolgten Bootseinstieg ein beachtlicher Höhepunkt der Saison war. Beide meisterten die neuen Bedingungen hervorragend und zeigten groĂe Lernbereitschaft.
An Land pflegten wir einen engen Austausch mit dem Schweizer Team ein wertvoller Teil internationaler Events, der Freundschaften entstehen lieĂ und den Grundstein fĂŒr gemeinsame Aktionen legte. So wurde die Team-WM auf Sardinien schlieĂlich als gemischtes Team angegangen.
Jede und jeder einzelne kann stolz auf die eigene Leistung sein und mit Vorfreude in die neue Saison blicken. Die vielen lehrreichen Tage auf dem Wasser zeigen klar, wo Trainingsschwerpunkte kĂŒnftig liegen und welche Regatten angefahren werden sollten. Besonders im Silber-Fleet ĂŒber mehrere Tage konstant das Feld taktisch mitzubestimmen, ist eine groĂartige Leistung.
Wir freuen uns auf die kommenden Events, die Wiederbegegnung der in Barcelona entstandenen Freundschaften und darauf, gemeinsam weiter zu wachsen. Genau wie die Sagrada FamĂlia, nur eben auf dem Wasser.

OâPEN SKIFF EUROPEAN CHAMPIONSHIPS OCTOBER 24TH â 31ST, 2025 BARCELONA, SPAIN
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Bericht bei der Klassenvereinigung
Bericht Yacht Club Zug
Florians Bericht beim 1. Wassersportverein Lausitzer Seenland e.V.
Milas Bericht beim Segelclub Talsperre Zeulenroda e.V.
