Segler-Verband Sachsen e.V.

(SVS)

Deutsche Meisterschaft der 2.4mR auf dem Cospudener See

26.- 28.Mai 2006: Man kann sicher nicht behaupten Heiko Kröger hätte keinen Mut. In Sachen Regatta war schon alles gelaufen an diesem dritten Wettkampftag. Aber der siebenfache Weltmeister und Paralympics-Sieger von Sydney wollte es dennoch wissen. Also fuhr er raus mit seiner Yacht 2.4 mR - die den Americas Cup Yachten im Maßstab eins zu fünf nachgebaut sind. Zurück kam er von seinem Ausflug mehr unter als über Wasser. Die Wellen waren zu hoch auf dem Cospudener See an diesem Tag, der Wind zu stark. Der letzte Regattalauf wurde abgesagt. An den Ergebnissen änderte es nichts. Acht Läufe hatten die Segler bis dahin absolviert.

Acht Läufe, die den ausrichtenden Seglern vom Cospudener Yacht Club ebenso Hochachtung abverlangten wie auch den Laien am Ufer. Die Klasse der 2.4 mR wird von Seglern mit Handicap gesegelt. Heiko Kröger zum Beispiel, dem Weltmeister, fehlt seit der Geburt der linke Unterarm, Mathias Kortke aus Dresden verfügt über eine Sehfähigkeit von gerade noch 4 Prozent, Jürgen Eck aus Marktredwitz ist spastisch gelähmt und Willi Romminger sitzt im Rollstuhl. Für Romminger war es übrigens die erste Regatta und erst der zweite Ausritt in einer 2.4 mR-Yacht überhaupt.
Als einer der wenigen Nichtbehinderten war Stefan Giesen am Start. Auf dem Wasser waren keine Unterschiede mehr zu erkennen. Giesen führte nach dem ersten Tag, hatte dann aber das Pech eines Mastbruchs - aber so ist das eben beim Segeln, auch das Material segelt mit. Nachdem ihm von einem Mannschaftskollegen ein Mast ausgeborgt wurde, war er zwei Rennen später wieder mit dabei. Keine Chance mehr auf den Titel, aber ein respektabler vierter Platz war dann doch noch drin.

Heiko Kröger zeigte sich wie auch die anderen Spitzensegler begeistert vom Cospudener See. "Die Windverhältnisse auf dem See sind wie erwartet sehr anspruchsvoll. Tolles Revier, klasse Regatta." Mathias Kortke, der an der TU Dresden als Wissenschaftler arbeitet und sein Boot bislang in Berlin liegen hat, überlegt, ob der Cospudener See nicht sein neues Zuhause werden könnte.

Auch der Cospudener Yacht Club zeigte sich als Ausrichter sehr zufrieden mit den ersten Internationalen Deutschen Meisterschaften, die auf dem Cospudener See ausgesegelt wurden. "Das Interesse bei den Zuschauern zeigte uns, dass es viele Segelinteressierte in Leipzig und Markleeberg gibt," sagte Vorstand Andreas MĂĽller. "FĂĽr Leipzig, unseren Verein und den Cospudener See war die Regatta eine tolle Werbung."

Text: Max Waibel

Fotos: Mario Kuehn